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Sonntag, 25. September 2016

Über hohe Berge und durch tiefe Schluchten in den Kosovo

Momentan stimmt unsere Reiseform ganz und gar mit dem Reisemotto überein- im blauen Bus ins Blaue, Campingplätze sind hier kaum zu finden und wenn dann bieten sie keinen Vorteil gegenüber dem freien Campieren. Daher ist es schwierig für uns den Blog aktuell zu halten. Wir werden kleinere Happen präsentieren müssen.

Wir entflohen den schwarzen Wolken über dem Durmitorgebirge und fuhren einfach mal drauf los- entlang der spektakulären Tara-Schlucht, die von steilen Felsen gebildet und wenn einmal ausreichend Platz ist, von ein paar wenigen kleinen, den enormen Schneemassen des Winters trotzenden, spitzdächigen Häusern flankiert wird. Da das Wasser des Tara zu den gesündesten in ganz Europa zählen soll, nutzten wir noch die Gelegenheit daraus zu trinken.


So erreichten wir einen weiteren Nationalpark, der sich rund um den Biograska See erstreckt. Dort nutzten wir die seltene Gelegenheit einen europäischen Urwald zu durchwandern und fanden trotz fanden unter uralten, urig geformten Baumriesen Schutz vor einem einsetzenden Unwetter.


Da diverse Reiseführer und Blogs von der Morača-Schlucht – auch hier wurden einige Winnetou-Szenen gedreht- als gleichermaßen atemberaubend schön wie gefährlich geschwärmt und gewarnt hatten, wollten wir diese Straße mal genauer unter die Lupe nehmen, immerhin steht dort auch eines der bedeutendsten montenegrinischen Klöster.


Abends waren wir die letzten Besucher des Morača-Klosters und blieben, von einem Straßenköter bewacht, auf dem Parkplatz davor über Nacht stehen. Vor unserer Abfahrt belohnten wir die treue Hundeseele, die die ganze Nacht im strömenden Regen vor Schlumpfs Tür verbracht zu haben schien, mit den üblichen Butterkeksen und machten uns an die Befahrung des Canyons. Landschaftlich reizvoll war die Strecke mit Sicherheit, aber von allzu schwierigen Fahrverhältnissen haben wir recht wenig bemerkt. Vielleicht sind wir inzwischen aber auch einfach abgestumpft und die teils haarsträubenden Überholmanöver zur Routine geworden. Da die Straße bis kurz vor Podgorica nicht deutlich an Schönheit einbüßte, fanden wir uns alsbald wieder im Süden des Landes wieder und nutzten die Kleinheit Montenegros dafür, dass Nathan die schweren Herzens aufgrund seiner Verletzung ausgelassene Runde am Skutarisee doch noch drehen konnte. Nach deren Absolvierung war der Weg frei in den Kosovo. Allerdings wollten wir erst am nächsten Morgen die Grenze überqueren, um nicht abends in ein fremdes Land- noch dazu mit einem so gefährlich klingenden Namen- einzureisen. Wir fanden auf einem der vielen kleinen Passsträßchen, die es zu überfahren galt, ein lauschiges Plätzchen und fuhren morgens auf breiter werdenden Straßen in Richtung Grenze. Wir schafften es das erste Mal Anhalter mitzunehmen, 2 Einheimische, mit denen wir kaum ein Wort kommunizieren konnten, die aber sichtlich erstaunt waren, von Touristen mitgenommen zu werden. Eine neblige Passauffahrt später standen wir an der kosovarischen Grenze. Wir waren vorgewarnt, dass unser Auto versicherungstechnisch durch die „Grüne Karte“ nicht abgesichert sei und somit 70€ für eine Kosovo-Auto-Versicherung fällig würden. Tatsächlich machte uns der Grenzbeamte auf den fehlenden Versicherungsschutz aufmerksam, wies uns an hinter der Grenze im Kosovo zu parken und dann zu Fuß wieder zurück zu einem kleinen Häuschen im Niemandsland zwischen den Grenzposten zu gehen und eine Versicherung abzuschließen. In dem baufälligen Kabuff hockte gelangweilt ein Zigarette rauchender Mann, der uns, nachdem er die Fahrzeugpapiere gesehen hatte, fragte, wie wir auf die blöde Idee kämen mit ihm englisch zu sprechen anstatt deutsch. Es entwickelte sich ein lockerer Plausch an dessen Ende wir eine Unterschrift leisten und lediglich 15€ bezahlen mussten, um für 2 Wochen versichert zu sein. Bergab ging es weiter nach Peja.
Dort erwarben wir das Parkticket nach längerer Suche, wen wir zu bezahlen hätten, mit Händen und Füßen und stellten fest, dass die Öffnungszeiten auf der Tür der Touristen-Info wohl mehr als Richtwerte zu verstehen seien. Generell ist die Orientierung im Kosovo für Nicht-Ortskundige teilweise doch recht schwierig, wegweisende Straßenschilder können mit Fug und Recht als Rarität bezeichnet werden, wenn man sich nicht auf einer der Hauptachsen des Landes befindet. Auch in den Städten selbst befinden sich meist, aufgrund des nicht allzu hohen Interesses, keine Hinweisschilder oder Ähnliches. Nachdem wir ein wenig umher gewandert waren, betraten wir eine Pizzeria und wurden schon nach dem anscheinend zu holprig vorgetragenen „miredita“ gefragt, ob wir deutsch sprächen. Der gleiche Pizzeria-Mitarbeiter versuchte dann auch noch uns den Weg zu einem Campingplatz zu erklären, was aber daran scheiterte, dass er noch arbeiten musste. Wege werden hier nämlich normalerweise erklärt, indem man vorfährt und den Weg zeigt. Wir fuhren zum kulturellen Highlight der Stadt, dem Patriarchenkloster, etwas außerhalb am Fuße des Rugova-Bergmassivs gelegen. 


Direkt gegenüber fanden wir ein Visitor-Center vor, in dem ein Mann arbeitete, der Nathan zur Begrüßung erst einmal den Arm auf die Schulter legte, viel über die Gegend erzählte, aber keinen Campingplatz kannte. Er riet uns einfach in die Berge zu fahren und dort zu campen. Das sei sicher und auch überhaupt kein Problem. Wir folgten seinem Rat, mehr dazu später…
Zunächst wollten wir jedoch das Kloster besuchen, das von 2 Polizisten bewacht wurde, bei denen wir unsere Ausweise für die Dauer des Besuchs abgeben mussten. Auf den alten Festungsmauern ist Stacheldraht angebracht, die Zufahrt wird von einem Schlagbaum gesichert. Ernsthaft mit Anschlägen zu rechnen, scheint aber niemand mehr.
Auch durfte Nathan die Zufahrt auf Nachfrage fotografieren, womit wir nicht gerechnet hatten. Der Polizist selbst ging aber lieber zur Seite.


Der Klosterkomplex beeindruckte uns enorm. Die Kirche besteht aus 3 Kirchen, die durch eine Vorhalle miteinander verbunden sind. Alles ist mit Fresken ausgemalt, die zu den hochwertigsten und schönsten zählen, die wir auf der Tour bisher gesehen haben.
Nachdem wir unsere Reisepässe zurückerhalten hatten, suchten wir uns einen traumhaften Platz in den Rugova-Bergen. 

Samstag, 17. September 2016

Montenegro hinterlässt in mehrfacher Hinsicht Spuren

Wir setzten unseren Chauffeur vor die Tür und uns wieder in Bewegung, um die Bucht, deren landschaftliche Schönheit wir bisher nur hatten erahnen können, zu umfahren. Die Bucht reicht von der Küste gesehen fast 30km ins Landesinnere und besteht eigentlich aus zwei hintereinander liegenden Buchten, die durch eine bergige Landzunge geteilt werden. Rings um die Bucht erheben sich Bergketten von über 1000m Höhe, aber alle überragt der 1748m hohe Mt. Lovćen, der von den Venezianern „Monte negro“ genannt wurde und dem Staat seinen Namen gab. Aufgrund der strategisch vorteilhaften Lage in der hinteren Bucht, reihen sich die Orte hier dicht an dicht und so mancher davon blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Zunächst passierten wir Risan und abermals stießen wir auf römische Mosaikkunst.


Einige Kilometer weiter liegt dann Perast, dem man seine vergangene Blütezeit noch deutlich ansieht.


Nathan erkletterte den Campanile, dessen Treppenhaus schon bessere Tage gesehen hat und sehr abenteuerlich zu besteigen war, v.a. weil es scheinbar für Menschen unter 1m Körpergröße konzipiert wurde. In Sichtweite liegen zwei kleine mit Klostern bebaute Inseln, auf die man übersetzen kann, was wir aber nicht taten.



Den imposanten Schlusspunkt der Bucht-Umfahrung bildete dann der namensgebende Ort Kotor, von dessen Festung sich ein grandioser Blick über den letzen Teil der Bucht bietet.




Kotor selbst wird täglich aufs Neue von Kreuzfahrtschiffen angefahren, die in der schmalen Bucht fehlplaziert und verloren wirken.
Wir ließen den Tag am Ufer der eben erwähnten Landzunge ausklingen und hatten fast das Gefühl an einem Bergsee in den Schweizer Alpen zu sitzen, schließlich konnten wir den „Ausgang“ der Bucht nicht sehen, waren von Bergen umzingelt und Wellen schwappten nur an Land, wenn ein Schiff vorbei fuhr.
Morgens holten wir die Fahrräder unter der Plane hervor, füllten die Trinkrucksäcke und begannen damit die spektakuläre Panoramastraße oberhalb von Kotor zu erklimmen. In 25 Serpentinen schraubt sich das schmale, kaum für zwei Autobreiten ausreichende Asphaltband spiralförmig in die Höhe, fast wie eine Schlange. Diese entsteht auch sobald ein Mietwagenfahrer die Breite seines Autos nicht kennt oder Angst vor dem Abgrund hat oder sich ein kleinerer Reisebus auf die Strecke begibt.



Immer wieder wurde der Blick in die Tiefe frei und selbst die riesigen Kreuzfahrtschiffe wirkten irgendwann gar nicht mehr so groß.

In der Mitte die Landzunge, die die beiden Buchten teilt; das eigentliche Meer liegt links außerhalb des Bildes

oberhalb der Panoramastraße, aber immernoch mit Meerblick

Immer höher ging es und als wir fast die 1000m-Marke geknackt hatten, verließ die Straße die Küste und wendete sich gen Cetinje. Dahin wollten wir aber (noch) nicht. Uns zog es noch weiter hinauf, auf einen Nebengipfel des Mt. Lovćen, auf dem 1650m über dem Meer ein Mausoleum für Montenegros liebsten Sohn, Petar II. Petrović-Njegoš, errichtet wurde. Dieser gilt als einer der bedeutendsten Dichter serbischer Sprache, war gleichzeitig geistlicher und weltlicher Führer Montenegros, holte den Buchdruck nach Montenegro und, und, und.
Hässlich ist es trotzdem:




Auf der Abfahrt mussten wir dann noch einen kurzen Zwischenstopp einlegen, um diesem kleinen Racker über die Straße zu helfen:






Nachdem wir wieder in Kotor angekommen waren, beschlossen wir schon am gleichen Abend den Schlumpf die eben gefahrene Straße hinaufzuquälen. Er schien die Auffahrt aber fast so zu genießen, wie wir. Dieses Mal fuhren wir aber geradeaus weiter in Richtung Cetinje. Auf einer Anhöhe fanden wir den bisher schönsten Übernachtungsplatz der Tour:






Cetinje war bis 1918 Hauptstadt Montenegros und ist bis heute Sitz des Präsidenten, ist aber im Endeffekt nicht mehr als ein Dorf mit 15.000 Einwohnern, an dessen Rand ein Komplex von historischen Gebäuden und Museen steht. V.a. der oben schon genannte Petar II hat hier einige Spuren und den ersten Billardtisch Montenegros hinterlassen (das ihn beherbergende Gebäude heißt sogar Bilijarda).




Aus der Ruhe der Berge kommend waren wir nicht wirklich mental auf Budva alias Klein-Russland vorbereitet. Budva hat eine wundervolle Altstadt, mit extrem engen Gassen und ist dabei kaum überlaufen. Das liegt daran, dass mit Menschenfleisch gepflasterte Sandstrände mit Sonnenschirmen in allen Farben und Größen, Yachten, Souvenirshops, Fast-Food-Stände und Hotelkomplexe eher den Geschmack des russischen Durchschnittsurlaubers zu treffen scheinen und außerhalb der Festungsmauern liegen. Dekadenz gehört hier zum guten Ton ebenso wie ein Ganzkörper-Sonnenbrand mit zwei Aussparungen, einer unter der Badekleidung und einer unter der Goldkette. 



Die Hotelhochhäuser reichen leider bis an die Altstadt heran. Generell treibt der Bauwahn an Montenegros Küste merkwürdige Blüten. An den unmöglichsten Orten stehen Betonklötze und verschandeln die Landschaft, viel soll hier angeblich über Bestechungen laufen.
Dem Ganzen setzt aber die Halbinsel Sv. Stefan die Krone auf. Hier ist die gesamte Altstadt des einstigen Fischerdorfes zu einem Luxus-Hotel-Komplex umfunktioniert worden, in dem die sogenannten „Schönen und Reichen“ absteigen; Normalsterblichen bleibt der Zutritt verwehrt.
Vermutlich ist der Blick vom Aussichtspunkt eh das Beste daran:



Nur wenige Kilometer weiter südlich kraxelten wir am frühen Abend auf den steinernen Ruinen von Stari Bar herum. 


Die Ruinen der ehemaligen Altstadt am Berg, die der Neustadt am Meer weichen musste, bieten schöne Fotoperspektiven und wären ein idealer Ort für eine Schatzsuche.


Wir fuhren bis an die südlichste Spitze der montenegrinischen Küste, kurz vor der albanischen Grenze. Dort liegt die kleine dreieckige Insel Ada, die vom Delta des Flusses Buna gebildet wird. Die Fischerhütten an diesem Fluss sowie den Strand der Insel fanden wir in wunderbares Abendlicht getüncht vor.


Zum Übernachten fuhren wir dann allerdings doch einige Kilometer in Richtung Norden zurück, um am 13km langen Sandstrand südlich von Ulcinj auf einer Düne zu nächtigen.


Am nächsten Mittag mussten wir dann das erste Mal ins Krankenhaus. Nathan war beim Fotografieren dieser kleinen Fischerhütten bis zum Knie in einem Loch in der Mitte einer Brücke versunken und hatte sich dabei das Schienbein so unglücklich am Metall aufgeschlagen, dass eine Naht unumgänglich war.


Svenja zog es aufgrund der Nähe zum nächsten Krankenhaus und der Tatsache, dass wir kein Lokalanästhetikum mitführen, vor, nicht selber zu nähen. Dass Nathan trotzdem keine Betäubung bekam (außer 2 Ibu von Svenja), steht auf einem anderen Blatt. Die Mitarbeiter im Krankenhaus waren überaus freundlich und zum Abschluss machten wir noch ein Erinnerungsfoto.


Da Nathan humpeln konnte, ging es weiter. Die Altstadt von Ulcinj hatten wir ja schließlich noch nicht gesehen. Auch in Ulcinj hat der Badetourismus die meisten Spuren hinterlassen, der Stadtstrand ist unter den braunen und knallroten Hautmassen kaum zu erkennen.
Die darüber liegende Altstadt ist niedlich, aber nichts Besonderes. 



Tatsächlich interessant an Ulcinj ist die große Zahl an Albanern, die hier lebt und Urlaub macht. Albanisch steht noch vor montenegrinisch auf den Menüs der Restaurants und auch sonst hat man nicht mehr den Eindruck in Europa zu sein, bis man seinen Blick zum Strand wandern lässt.
Nathan bekam – wie ein kleines Kind nach dem Arztbesuch ein Eis bekommt- ein Burek und nun standen wir vor der Frage, was man mit einer frisch genähten Wunde sinnvollerweise machen könne. Wir fanden die einzige passende Antwort: Svenja fährt durch atemberaubende Natur und Nathan vergisst ob der landschaftlichen Schönheit seine Schmerzen. Der Plan ging voll und ganz auf. Nicht weit von Ulcinj liegt nämlich der Shkodra- oder Skutarisee, der größte See des Balkans.



Er hat in etwa die Form eines Delfins und durch ihn verläuft die albanisch-montenegrinische Grenze. Wir näherten uns ihm auf kleinsten Gebirgsstraßen durch das Rumija-Gebirge, das ihn im Süden von der Küste trennt und fuhren dann –immernoch auf schmalster Straße- fast die gesamte Südseite ab und begegneten dabei Kühen, Schafen, Ziegen, Radlern und wenigen Autos. 



Nach geglücktem zentimetergenauen Aneinandervorbei-Manövrieren der Autos winkte man sich freundlich zu oder es wurde auch mal das Fenster heruntergekurbelt (was bei uns auf der Fahrerseite leider nicht mehr funktioniert) und mit dem, meist während Deutschlandaufenthalten gelernten, Vokabular interessiert gefragt, von wo aus Deutschland wir kämen und wohin wir unterwegs seien. Dabei wurden auch mal die neuesten Insider-Tipps zur näheren Umgebung an uns weitergegeben.  



Am Straßenrand waren immer wieder minikleine Verkaufsstände aufgebaut, an denen Honig, Käse und Wein verkauft wurden. Die Einheimischen versuchen mit diesen finanziell etwas ertragreicheren Lebensmitteln durch die wenigen vorbeifahrenden Touristen ihre Geldbörse etwas zu füllen. Wir hielten immer wieder inne und genossen Sonne, See, Berge und Ruhe. Gegen Abend schimmerten die hier ganz und gar notwendigen Leitplanken golden.

Dann erreichten wir den Dreh- und Angelpunkt der Region: Virpazar, kaum mehr als eine Brücke mit ein paar Booten davor. Gut, dass wir an die in Virpazar geschmacklos penetrant präsentierten Köder der Touristenangler (Bootsfahrten, Restaurants, Zimmer) nicht anbissen, denn wir fanden auf einem Pass in der Nähe einen wunderbaren Schlafplatz und bei diesem Blick am nächsten Morgen fiel selbst Nathan das Munterwerden nicht schwer.


Da Nathans Rennrad verletzungsbedingt zunächst auf dem Radträger verblieb, fuhren wir mit dem Schlumpf noch ein wenig entlang des Rijeka Crnojevica, der sich serpentinenartig um die kleinen bewaldeten Felsinseln schlängelt.


und über den im gleichnamigen Ort eine harmonisch geformte kleine Brücke führt. 


Dort genossen wir Cappuccino und Ruhe und beobachteten diese kleinen Kormoranküken auf dem Fluss.



Am frühen Abend fuhren wir noch nach Zabljak Crnojevica- einem kleinen Ort am See, der die besten Jahre lange schon hinter sich hat, für ganz kurze Zeit sogar mal Hauptstadt war. 



Unserem persönlichen Stadtführer gaben wir den Namen Walter und er verdiente sich damit, dass er mit uns bis ganz oben zu den Burgruinen kletterte, einen Butterkeks. 


Die Nacht verbrachten wir auf einem viel zu groß angelegten Hotelparkplatz und starteten am nächsten Morgen früh in Richtung Podgorica. 
Über Podgorica gibt es bestimmt viel Positives zu berichten, aber uns fällt leider nichts ein.
Auf allen Straßen herrscht Chaos und die Parksituation ist so verheerend, dass selbst die Ordnungshüter Svenja ins Halteverbot einwinkten. Da die Stadt mehrfach zerstört wurde –zuletzt 1979 durch ein Erbeben, welches im Übrigen auch die Bucht von Kotor stark getroffen hatte- und erst in neuerer Zeit zur Hauptstadt erkoren wurde, hat sie auch wenig bis nichts zu bieten- Tendenz eher Richtung nichts, es sei denn man findet Freude daran, an immer gleich aussehenden quadratischen Bauten vorbeizulaufen und zu erraten, welches Ministerium oder welche Botschaft sich darin befindet.


Die Hauptsehenswürdigkeit, der Uhrturm
Also ging es zügig weiter, nun in Richtung Nordwesten bis zum in den Fels gebauten Kloster Ostrog.


Im Inneren des Klosters spielten sich skurrile Szenen ab.
Die Pilger standen Schlange vor einem kleinen mit Fresken bemalten Räumchen, dessen Eingang selbst für Svenja zu niedrig war und von den meisten mit Küssen bedacht wird,


um sich einem in Goldbrokat gekleideten orthodoxen Priester in einem Thron nähern zu dürfen, der ihnen gelangweilt und mit gönnerischer Geste ein viel zu großes Holzkreuz entgegenhält, das geküsst zu werden hat. Danach werden die Gläubigen vorgelassen zu einem Sarg in dem unter dem Seidenstoff angeblich die Gebeine des Hl. Basilius liegen sollen. Abermals werden Kniefall und Kuss ausgeführt, ehe dann der strenge Blick des Priesters darüber wacht, dass auch ja Geld in den Spendentopf geworfen wird.
Ein weiteres kleines Räumchen birgt unglaublich filigran gearbeitete Fresken auf absolut unregelmäßigem Untergrund, eine wahrhafte Meisterleistung. Leider war mal wieder das Fotografieren strengstens untersagt und wurde auch (in den Innenräumen) aktiv verhindert.

Die weitere Strecke zum Durmitor Nationalpark bzw. dessen Hauptort Žabljak war geprägt von umwerfenden Landschaftseindrücken und einer stetig ansteigenden Straße.
Gestern wurde der fest eingeplante Ruhetag vom Wetter(bericht) kurzerhand gestrichen. Zu gut war das Wetter und zu schlecht soll es in den nächsten Tagen werden. Also fuhren wir spontan erst einen von Svenja herausgesuchten Aussichtspunkt 

Suchbild: Wer findet Svenja?
und dann eine ursprünglich von Nathan als Fahrradroute ausgefressene Route mit dem Schlumpf an bzw. ab. Dabei ging es über die beiden höchsten asphaltierten und vermutlich auch schönsten Pässe Montenegros. Vor allem der Durmitor Sedlo übertraf die ohnehin hochgesteckten Erwartungen deutlich. 


Fast völlige Abgeschiedenheit, immer wieder neue, wunderbare Blicke nach allen Richtungen und bessere Straßenverhältnisse als befürchtet, machten die Rundtour unvergesslich.


Mitten im Anstieg fanden wir diesen Basketballkorb am Rande des Weges und kaum hatten wir einen Fotostopp eingelegt, kam ein Junge mit dem passenden, vom Geröll abgewetzten Ball dazu:


Zum Abschluss noch ein kleines Video von der Fahrt:



Nathans Schienbein geht es erheblich besser, er konnte gestern und heute (jeweils in Abendtouren) die beiden höchsten Pässe Montenegros auch noch mit dem Rad ein zweites Mal genießen ohne allzu große Schmerzen dabei zu haben. Die Wunde ist reizlos und trocken ;) Heute haben wir den Regen Blog schreibend und planend abgewartet und sind am Nachmittag bei bewölktem Himmel mit gelegentlichem Sonnenschein aufgebrochen zur Đurđevića-Tara-Brücke, die in 150m Höhe die Taraschlucht überspannt.


Die Schlucht wird aber mittlerweile nicht nur von der Brücke und einem Stromkabel, sondern zusätzlich noch von etlichen Adrenalin-Kick versprechenden und beim Fotografieren störenden Zip-Lines überspannt.


Für Nathan war das Aufpassen auf Svenja, die bei schmalstem Gehsteig (ca. 30 cm breit), hippelig wie sie ist, zweimal mit dem Fuß den Bürgersteig verfehlte, aufregend genug- zumal Nathan ja ein wenig „brückengeschädigt“ ist. Auf und neben der Brücke herrscht stetes Treiben, Souvenirs, domestic food, Pivo (Bier), Zip-Line, Rafting und Camps werden zu Hauf angepriesen. 
Nathan schwang sich wie schon erwähnt aufs Rad und erklomm von der Brücke aus (wie immer vom Fuße des Berges aus) den Durmitor Sedlo, während Svenja den Schlumpf mit Leckereien füllte, diesen zum Campingplatz zurück brachte und von dort aus zum Crno Jezero wanderte, nachdem sie sich am Tag zuvor genauestens über die Route informiert hatte, fand sie auf dem Weg ungezählte unbekannte und bekannt giftige Pilze und nach 25 Minuten auch den See. 


Morgen soll es dann weitergehen in Richtung Nordost-Montenegro und Kosovo.

Freitag, 9. September 2016

Dubrovnik krönt die Zeit in Kroatien

Guten Abend aus Montenegro!

Natürlich ließen wir die beiden größten Orte der Insel –Starigrad und Hvar- nicht aus.
Erstgenannter Ort besticht v.a. durch seine gemütliche Atmosphäre und das bereits erwähnte Lavendeleis. 


Die Fläche rund um Starigrad wird seit 2400 Jahren zum Wein- und Olivenbau genutzt. Dabei haben sich die von den alten Griechen eingeteilten Parcellen bis heute nicht verändert.
Hvar hingegen ist eine quirlige Kleinstadt, zwar immerhin autofrei, dafür muss man aber Acht geben, nicht von den überall umher rasenden kleinen Elektrowagen erfasst zu werden, die die ortsansässigen Geschäfte beliefern. Aber auch hier kann man sich im Gassenwirrwarr verlieren.



Architektonisch stechen zwei Gebäude hervor. Zum ersten die Kathedrale Sv. Stefan und zum anderen die über die Stadt wachende Spanische Festung



Von oben hat man fantastische Blicke auf die Stadt, das Meer und –wenn man weit genug vom Weg abgeht- ein weiteres Meer, nämlich eines aus Kaktusfeigen.
Sie ließen sich wunderbar mit Svenjas Flipflop abklopfen und wir ärgerten uns, dass wir keine größeren Taschen dabei hatten.
Auf dem Rückweg zur Fähre pflückten wir dann noch einen wilden Feigenbaum leer 


und standen kurz darauf im Stau vor der Fähre. Geschlagene 5 Stunden dauerte es, bis man uns auf die letzte Fähre des Tages rollen ließ, es dunkelte schon.

Wartezeitüberbrückung vor der Fähre
Zurück auf dem Festland suchten wir uns den erstschlechtesten Campingplatz, den wir schon abends bezahlten, um ja nicht bis zur Helligkeit warten zu müssen, bis wir weiterfahren durften.
Kurz hinter Ploče führt die Straße durch das 20km breite Delta der Neretva, eine Gegend, die erst durch den Menschen urbar gemacht wurde und an Fruchtbarkeit kaum zu übertreffen sein dürfte.


Dies bezeugen auch die zahlreichen –für Kroatiens Küste recht untypischen- Obstverkaufsstände entlang der Straße, jedoch sind die „Buden“ mit weit größerem Komfort ausgestattet als wir dies von den frei stehenden, armen Verkäufern in Serbien und Bosnien-Herzegowina gewohnt waren.
Wenige Kilometer weiter südlich befindet man sich in einer kuriosen Situation. Ein 9km langer Küstenabschnitt gehört zu Bosnien-Herzegowina, sodass es keine direkte inländische Verbindung zwischen den beiden kroatischen Landesteilen nördlich und südlich davon gibt, zumindest bis zur Fertigstellung einer Brücke zwischen Festland und Pelješac, der zweitgrößten Halbinsel Kroatiens.
Dennoch muss Bosnien-Herzegowina auf den kroatischen Hafen in Ploče zurückgreifen, da es keinen brauchbaren Seehafen besitzt.
Die Grenzbeamten bearbeiteten unsere Pässe schneller als eine Aldi-Kassiererin und so ging es zügig weiter nach Orebič, einem Strandort im Westen Pelješac’, in Sichtweite zur Insel und Stadt Korčula. Dort schlugen wir auf einem kleinen Campingplatz unser Quartier auf und fuhren am nächsten sonnigen Tag mit der Personenfähre nach Korčula hinüber. Die Entscheidung ohne Auto überzusetzen, war genau die richtige, denn im Gegensatz zur Autofähre fährt die Personenfähre direkt den Altstadthafen Korčulas an, wodurch man vom Meer aus einen traumhaft schönen Blick auf die Festungsmauern genießen kann und direkt in der Stadt ankommt.


Den Rest der Insel ließen wir, obwohl er landschaftlich sehr reizvoll sein soll, aus. Natur und Ruhe wollten wir auf der nächsten Insel (Mljet) in vollen Zügen kosten.
Die Altstadt Korčulas ist auf einen kleinen Hügel gebaut und so steigt man schmale, rustikal steinern um- und untermauerte Gassen zur Kathedrale empor, vor der sich ein kleiner Platz öffnet. Die Altstadt ist komplett von einer Festungsanlage umgeben, das westliche Stadttor besonders gut erhalten.


Mitten im Gassengewirr fand Svenja eine ganze Gruppe Doppelgänger:


Wir ernteten noch einige pikierte Blicke, weil wir uns mit Käsebrötchen und unserem neuen Lieblings-Snack „Mexicorn“ (frittierte und gewürzte Maiskörner) bewaffnet in Sichtweite eines Restaurants an die Promenade fläzten und das Treiben um uns beobachteten und dann ging es auch schon wieder zurück aufs Festland.
Wir überlegten hin und her, wie der weitere Streckenverlauf auszusehen habe, um dann Tags darauf alles wieder wetterbedingt über den Haufen zu werfen. Der prognostizierte für die nächsten 5 Tage Regen und Gewitter und schon unsere geplante Wanderung auf den höchsten Gipfel Pelješac’ fiel den Nebelschwaden, die am Berg hingen und jegliche Fernsicht verhindert hätten, zum Opfer.
Auch die Insel Mljet, auf der das Wetter besonders schlimm angesagt wurde, war somit kein lohnendes Ziel mehr und einfach 5 Tage zu warten ist irgendwie nicht unser Ding.
Also war der Plan schnell Ston und Mali Ston an der, Pelješac mit dem Festland verbindenden, Landenge zu erreichen. Zwischen den beiden winzigen Orten wurde im 14. und 15. Jh. eine 5km lange Wehrmauer mit 40 Türmen errichtet, die Pelješac komplett vom Festland abschirmt. 


Sie gilt als zweitlängste Festungsmauer der Welt, nur geschlagen von der Chinesischen Mauer.
Gerne wären wir auf ihr herumspaziert, aber auch hier machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung.
Vom Regen getrieben, flohen wir uns in unsere blaue Zuflucht und beschlossen, die bosnisch-herzegowinische Stadt Trebinje vor Dubrovnik zu besuchen. Wenn wir schon auf besseres Wetter warten mussten -und für Dubrovnik waren wir dazu bereit-, dann doch wenigstens in der Umgebung von bosnisch-herzegowinischen Bäckereien und ihren „Bosnian Pies“. Auf unserer Straßenkarte fanden wir auch eine kleine Straße, die sich vom Küstenort Slano einsam durch die Berge zog. Hinter einer Kurve und einem Warnschild vor Schlangenbissen tauchte dann auch das Grenzhäuschen auf, kaum größer als ein Kiosk, aber das konnte uns ja eigentlich egal sein. Aber auch nur eigentlich. Wir fanden eine heruntergelassene Schranke und ein verlassen daliegendes Häuschen vor. Und da standen wir nun, Pässe und grüne Versicherungskarte in der Hand und warteten. Nach einer Minute, Nathan hatte schon den Rückwärtsgang eingelegt, öffnete sich im Wohncontainer neben dem Kontrollhäuschen eine Tür und ein junger Grenzbeamter kam heraus, um uns in tadellosem englisch darüber aufzuklären, dass diese Grenzstation nur für Kroaten und Bosnier geöffnet sei. Wir müssten über Dubrovnik fahren um nach Trebinje zu kommen.
Genau das wollten wir doch eigentlich vermeiden! Aber es dunkelte langsam und so fuhren wir zurück nach Slano und fanden einen Campingplatz, der den Namen zwar kaum verdiente, aber für eine Nacht sollte uns das reichen. So war auch weniger der Campingplatz das Problem, als vielmehr das Unwetter, welches sich über unseren Köpfen abspielte.
Schon auf dem Weg an der Küste entlang stürmte es teilweise so heftig, dass einige Kroaten weniger als die erlaubten 70km/h fuhren, ein nie zuvor gesehenes Ereignis. Die meisten ausländischen Touristen –so auch wir- parkten ihr Gefährt jedoch lieber auf einem der vielen Parkplätze am Rande der Straße.
Aber gegen das was sich in dieser Nacht abspielte, war unsere unruhige, vom Bora-Fallwind gestörte Nacht in Senj vor ca. 1 Monat ein Kindergeburtstag.
Svenja hatte das Glück in Nathans Windschatten zu liegen und somit wenigstens ein paar Stunden Schlaf zu bekommen, Nathan -von der Zeltwand des Schlumpfes ausgepeitscht- wachte. Er wachte bis es zur Mitte der Nacht so heftig wurde, dass wir das Zelt wieder einzogen und unten versuchten weiterzuschlafen, was zu extremen Verrenkungen –aber eher nicht zu erholsamem Schlaf- führte, da wir das Gepäck nicht nach vorne geräumt hatten, das Auto bei dem Wetter aber auch nicht mehr verlassen konnten und also unser Bett mit all unserem Gepäck teilen mussten.
Völlig übermüdet erhoben wir uns früh von unserem unbequemen Lager und trauten unseren Augen kaum: Strahlend blauer Himmel, der Wind war deutlich abgeschwächt.
Improvisieren war noch nie unsere Schwäche, also ab nach Dubrovnik! Svenja übernahm das Fahren, Nathan versuchte derweil nicht zu quengeln.
Wir suchten uns einen Platz in einem 2km von der Stadtmauer entfernt liegenden Parkhaus und liefen den Rest zu Fuß. So umgingen wir die horrenden Parkkosten von  über 5€/Stunde um die Altstadt herum. Unterwegs wurden regelmäßig Kaffeepausen eingelegt, damit Nathan nicht einschlief. Unser ohnehin schon zu hoher Kaffeekonsum verdoppelte sich an diesem Tag, aber das lohnte sich.

den Kaffeebecher immer in der Hand....
Als wir die Stadt durch das Piletor betraten, öffneten die meisten Geschäfte gerade erst ihre Türen. Zu allererst wollten wir die Gunst der frühen Stunde nutzen und die Altstadt komplett auf der sie umrahmenden Mauer umrunden. Freundlich wurden wir vom Kassierer begrüßt, der uns zwar nicht gleich auf Anhieb glaubte, dass wir Studenten sind (schließlich waren wir dafür eigentlich zu früh unterwegs), als er aber die ISIC Karten sah, präsentierte er uns einige Worte deutsch und schien fasziniert zu sein vom Namen Weiß, den er anscheinend noch woanders her kannte. Nunja. Die Überraschung für uns folgte sogleich: Wir mussten statt des regulären Preises von 120 Kuna nur 30 Kuna bezahlen- so leerten sich unsere Geldreserven, die wir angesichts der bevorstehenden Besichtigung der teuersten Stadt Kroatiens und unter Berücksichtigung der Fährkosten nach Mljet großzügig aufgefüllt hatten, kaum.
Die 360° Umrundung der Altstadt auf der Mauer ist ein Feuerwerk spektakulärer Blicke auf Stadt, Berge, Meer und Inseln.


Jeder neue Blick ist noch schöner, noch prächtiger als der vorige.


1900m kann man so zurücklegen. Ungefähr genau so viele Foto- und Staunpausen sollte man dabei einplanen. Gegen halb 10 begann sich die Stadtmauer merklich zu füllen und wir bekamen einen Eindruck davon, was hier in der Hochsaison los sein muss. Noch immer begeistert von der Schönheit des Gesehenen stiegen wir ab und wurden sogleich von der Masse Touristen verschluckt, die den unteren Teil der Stadt bevölkerte. Wir liefen die Hauptstraße „Stradun“ entlang



besuchten im Franziskanerkloster 



eine der ältesten Apotheken der Welt (Dubrovnik war im 14.Jh. eine der fortschrittlichsten Städte in Europa), betraten noch etliche weitere Gotteshäuser, ließen uns von der steifen Brise am Hafen fast wegwehen. erklommen die vorgelagerte Festung mit tollem Blick auf die Stadt,



lauschten beim Schreiben einer Postkarte nebenbei einer der „Game of Thrones“-Führungen, die hier angeboten werden seit Teile der Serie in Dubrovnik gedreht wurden -aber eines schafften wir nicht: unser Restgeld auszugeben. Dabei waren wir verzweifelt auf der Suche nach irgendeinem halbwegs akzeptablen Souvenir oder sonst etwas, was besser war, als das Geld auf die Straße zu schmeißen. Wir fanden immerhin eine schöne Postkarte…
Gegen Nachmittag hielt das Wetter dann doch was der Wetterbericht versprochen hatte und wir waren froh noch trocken im Parkhaus anzukommen.
Also behielten wir das Geld vorerst und begaben uns wieder nach Bosnien-Herzegowina.
Kurz vor Trebinje übernachteten wir und flanierten am nächsten Morgen durch den Stadtkern, der nur einige Häuserblocks umfasst. 



Größtes Aushängeschild Trebinjes ist die Alte Brücke, die vermutlich bei gutem Wetter fotogener daliegt.



In Trebinje hatten wir eine ähnliche Mission wie in Dubrovnik- wir mussten Geld loswerden. Das lag an der geistigen Umnachtung, die Nathan am Geldautomaten in Sarajevo befallen hatte und ihn, noch von den serbischen Dinar-Beträgen verwirrt, eine Null zu viel eintippen ließ.
Im Gegensatz zu Dubrovnik fanden wir hier aber einen brauchbaren Souvenirshop, in dem wir nach Herzenslust einkauften. Danach ging es auf den Obst- und Gemüsemarkt,


zur Bäckerei, in einen Supermarkt und zur Tankstelle. Trotz des Einsatzes unseres Handys als Taschenrechner im Supermarkt blieb am Ende wieder etwas übrig, weil der Schlumpf weniger Diesel verbraucht hatte, als wir kalkuliert hatten und nach der Tankstelle bis zur montenegrinischen Grenze keine Läden mehr auftauchten. Überhaupt sei der Schlumpf hier noch einmal in höchsten Tönen gelobt, fahren wir doch voll beladen mit durchschnittlich ca. 7,5l Diesel/100km durch die Gegend.
Hinter der Grenze müssen ausländische Fahrzeuge eine überschaubare Umweltabgabe leisten; der Kassierer bestand auf Euro und wollte von Mark nichts wissen.
Aus den Bergen rollten wir nun also in Richtung Herceg Novi, am Westrand der Bucht von Kotor gelegen. Doch irgendetwas stimmte auf den montenegrinischen Straßen nicht, irgendetwas fehlte. Es gab keine überholenden oder zu schnell fahrenden Autos. Wir brauchten nicht viel Zeit, um den Grund zu eruieren. Überall steht die Polizei. Wir haben auf den ersten 30km in Montenegro mehr Polizeiautos gesehen, als in unserer kompletten Zeit in Bosnien-Herzegowina.
Wir ließen Herceg Novi hinter uns und fanden 15km weiter eine geeignete Bleibe. Dass wir zwei Rasttage am Stück einlegen mussten, lag vor allem an der zweifelhaften Arbeitseinstellung unseres neuen Chauffeurs:


Heute haben wir in Herceg Novi den Uhrturm fotografiert, unsere restlichen kroatischen und bosnisch-herzegowinischen Scheine gegen Euros getauscht, eine alte Frau durch den Kauf einiger Gurken glücklich gemacht und festgestellt, dass die Bäcker hier auch was von ihrem Handwerk verstehen.


Morgen geht’s dann endlich weiter in die Bucht hinein, wir scharren schon mit den Hufen.
Dass wir die letzten zwei Tage aber nicht nur auf besseres Wetter gewartet haben und faul herumgelegen haben, sieht man an den durchgeführten Veränderungen der Blogseite, wir hoffen es gefällt.